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Eine Rückbesinnung auf Bewährtes wäre notwendig

Der engagierte Schulratspräsident Heinz Herzog aus Thal zeigte überzeugend auf, weshalb der Lehrplan 21 für Schüler wie Lehrer Unheil bedeutet.

Ebnat-Kappel. Am Samstagmorgen fand im Restaurant Löwen die jährliche Mitgliederversammlung der EDU Toggenburg statt. Im Anschluss führte Heinz Herzog vom Verein „Für eine starke Volksschule St. Gallen – ohne Lehrplan 21“ vielfältig aus, warum er vehement für die Verhinderung  des Lehrplan 21eintritt.  

„Seit zehn Jahren sagen die Gewerbeschullehrer, dass die Schüler immer weniger können“, betonte er bezogen speziell auf die Fächer Deutsch und Mathematik. Auch der grosse Therapie- und Nachhilfen Bedarf müsste doch stutzig machen. Er beklagte dabei, dass niemand den Zusammenhang zu den Reformen sehe und dass die vorweggenommene Umsetzung des Lehrplan 21 im Kanton St. Gallen schon weit fortgeschritten sei. Auch die Lehrerausbildung werde schon weitgehend darauf ausgerichtet und sei fachlich gesehen lückenhaft. 

 

Nicht kindgerecht

Heinz Herzog bemängelte unter anderem den unsystematischen Aufbau des Lehrplans, die Orientierung an mannigfachen Kompetenzen, das nicht kindgerechte selbstgesteuerte Lernen, die Degradierung des Lehrers zum Lernbegleiter und die ideologische Beeinflussung. Bei all dem werde das selbständige Denken nicht gefördert und der falsche Eindruck geweckt, dass fundiertes Wissen auch ohne  Üben und Lernen  angeeignet werden könne. Der Referent zeigte sich erfreut, dass es auch heute noch gute Lehrer gebe, weil diese sich über die Reformen hinwegsetzten. Aber diese befänden sich mit dem Lehrplan 21 endgültig in der Illegalität. Dabei wies er darauf hin, dass die Lehrmittel ja am neuen Lehrplan ausgerichtet werden.

 

Schadensbegrenzung

Für den Referenten geht der (im schlechten Sinn) revolutionäre Lehrplan 21 viel weiter, als von der Bundesverfassung vorgegeben. Für ihn wäre eine breitangelegte öffentliche Diskussion inklusive Volksentscheid dringend nötig und unserer Demokratie würdig. Weil eine direkte Mitbestimmung noch nicht möglich ist, sieht sich der Verein „Für eine starke Volksschule St. Gallen – ohne Lehrplan 21 – gezwungen, mit der Initiative zum Harmos-Austritt eine spätere Änderung des Volksschulgesetzes zu ermöglichen und damit wiederum den Schaden zu begrenzen.
Lisa Leisi, Präsidentin EDU Toggenburg