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Schon heute gescheiterter Lehrplan 21

Leserbrief zum Artikel „Reifeprüfung für den Lehrplan“ erschienen im Toggenburger Tagblatt am Mittwoch, 28. Januar 2015:

 

Kaum jemand hätte etwas dagegen, wenn der Lehrplan 21 für alle Kantone in der Deutschschweiz nur die gleichen Lernziele festsetzen würde und man darunter die Vermittlung von objektivem  und systematisch aufbauendem Wissen in den verschiedenen Schulfächern verstehen würde. Dies wird jedoch vernachlässigt und dafür befohlen, auf welche Art und Weise die Vermittlung von Wissen zu geschehen hat. Und dabei werden Kinder zunehmend sich selbst überlassen und werden durch mühsames selbstorganisiertes Lernen und Ausprobieren völlig demotiviert. Die Schüler werden verunsichert und das Lernklima vergiftet. Hinzu kommen noch überfachliche ideologisch motivierte Themen aus der Erwachsenenwelt, welche die Kinder überfordern.
Es wird immer von Reformdruck, notwendigen Anpassungen an gesellschaftliche Veränderungen und Forderungen der Wirtschaft gesprochen zur Legitimation der Neuerungen im Lehrplan. Doch woher dieser Druck wirklich kommt und wer tatsächlich dahinter steckt, bleibt im Dunkeln. Wir dürfen nicht tatenlos zuschauen, wie unsere lange Zeit solide Volksbildung nach dem Muster von importierten neoliberalen Konzepten, die in anderen Ländern bereits gescheitert sind (etwa in den USA, Australien und Österreich), zunehmend umgekrempelt wird. Kann der Lehrplan 21 die Reifeprüfung bestehen, wenn er im Kanton St. Gallen schon weitgehend eingeführt ist, die Ausbildung der angehenden Lehrer daran ausgerichtet ist, auch die Lehrmittel schon ziemlich angepasst sind und gleichzeitig die Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und naturwissenschaftlichen Fächern stetig abnehmen? Was zunimmt, sind einzig der Geld- und Therapiebedarf! Diese zentralistische Steuerung der Schulen läuft auf eine Schwächung der Kinder und unserer Gesellschaft hinaus. Das müssen wir verhindern!
    

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt