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Spital Wattwil

Leserbrief erschienen am 29.05.2021 im St. Galler Tagblatt

 

Ausschaltung der Demokratie bei der Spitalfrage

Die Regierung und der Kantonsrat haben bewusst ein Referendum gegen die Spitalschliessungen verunmöglicht. Auch der Verkauf des Spitals in Wattwil an die Solviva AG wurde so eingefädelt, dass das Referendum nicht ergriffen werden konnte. Theoretisch ist das Volk der Souverän, praktisch kann dieser bei der Spitalfrage nur noch über gewisse Finanzen entscheiden. Vorlagen, die von den Auswirkungen her viel einschneidender sind, werden verhindert.

Der Kanton verscherbelt das für 63 Mio Franken erweiterte Spital zu einem Spotpreis von 10 Mio Franken. 5 Mio ist alleine das Grundstück wert. Was, wenn dem Spital Wil nach ein paar Jahren ebenfalls die Schliessung droht?

Das Toggenburg ist weitläufig und speziell auf das Spital angewiesen. Spitäler gehören zum Service Public. Gemäss Abstimmungsunterlagen soll es auch in Flawil ein 24 Stunden Notfallzentrum geben. Unterdessen wurde bereits beschlossen, Notfälle nachts ans Spital Wil weiterzuleiten. Weshalb sollte man sich beim Spital Wattwil noch auf Versprechungen verlassen können?

Ein Nein müsste als Ja für den Erhalt des Spitals Wattwil akzeptiert werden. Alles andere wäre absurd.

EDU Toggenburg, Präsidentin Lisa Leisi, 9615 Dietfurt