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Grundsätze nicht ausblenden

Leserbrief zu „Polizei riegelt Bundesplatz ab“, Ostschweiz am Sonntag vom 18. Sept. 2016, erschienen am 25. Sept. 2016: 

Eine kurze Notiz ist es der „Ostschweiz am Sonntag“ wert, dass sich am 17. September ca. 1700 Personen auf dem Bundesplatz zum „Marsch fürs Läbe“ versammelt haben. Betroffen sind jedoch vom Thema Abtreibung jährlich ca. 10'000 Kinder in der Schweiz, denen das Weiterleben aus ganz unterschiedlichen Gründen verwehrt wird. Im Kanton St. Gallen sind es ca. 450, also etwa 20 Schulklassen, die so ausgelöscht werden. Unsere Bundesverfassung enthält Sätze wie: „Die Würde des Menschen ist zu achten und zu schützen … Jeder Mensch hat das Recht auf Leben.“ Oder: „Niemand darf diskriminiert werden, namentlich nicht wegen … wegen einer körperlichen, geistigen oder psychischen Behinderung.“ Diese gültigen Verfassungsgrundsätze blenden wir jedes Mal aus, wenn wir einem Artikel zustimmen, welcher der Selektion menschlichen Lebens und dem willkürlichen Töten von ungeborenen Kindern noch freiere Bahn gewährt. Mit den anderen Teilnehmern bin ich der Überzeugung, dass wir als Menschen geschaffen sind, um einander auch in Schwierigkeiten zu helfen, und nicht, um einander das Leben zu verwehren.
David Gysel, Husen 416, 9146 Niederbüren

  

FMedG-Revision: „Verstorbener zeugt munter weiter“

 

Leserbrief am 24. Mai 2016 erschienen im St. Galler Tagblatt:

„Mein Vater starb schon 4 Jahre vor meiner Geburt“, würden bei einem Ja zum FMedG manche Kinder dereinst sagen müssen. Samenzellen von Samenspendern dürften gemäss Art. 3, Abs. 4 neu über den Tod der Spender hinaus verwendet werden.

Welch ein Glück, dass Ihre bestechende Schönheit, überdurchschnittliche Intelligenz und umwerfende Muskelkraft so reproduziert werden kann! Pech für das Kind, dem das Recht, seinen Vater zu kennen, so durch Ihre bewusste Entscheidung verwehrt wird.

Pech auch für alle anderen ungeborenen Kinder, die durch die Maschen des Wahns nach Perfektion fallen, deshalb im Kübel landen oder vom Mikroskop der Forscher geblendet und von seinem Laborgerät verschnetzelt werden.

Deshalb: NEIN zu diesem Fortpflanzungsmedizingesetz!

 

David Gysel, Husen 416, 9246 Niederbüren

 

Unklare Formulierungen im FMedG

Leserbrief vom 13. Mai 2016 an das St. Galler Tagblatt:

Das Fortpflanzungsmedizingesetz ( FMedG), das angeblich nur für wenige Paare in Anwendung kommen wird, lässt ausser Acht, dass heute bereits Tausende von Paaren von einer künstlichen Befruchtung (IVF) Gebrauch machen. Wenn neu bis zwölf Embryonen pro Behandlungszyklus hergestellt und der „Topembryo“  ausgewählt und eingepflanzt wird, so werden viele überzählige anfallen, die sollen tiefgefroren für „spätere Verwendung“ , für die Forschung gebraucht oder vernichtet werden. Von der ganzen Belastung für den Körper und die Psyche der Frau durch die nötige hormonelle Stimulation (natürlicherweise reift ja monatlich eine Eizelle) ist nichts zu lesen. Das FMedG müsste nun eigentlich die Einzelheiten der PID regeln. Art. 5 zeigt aber nicht, welche chromosomalen Eigenschaften untersucht würden und was konkret die Entwicklungsfähigkeit des Embryos beeinträchtigen könnte. Das FMedG ist unklar formuliert. Ein Nein ist dringend, damit die Reproduktionsmedizin nicht völlig aus dem Ruder läuft, sondern das FMedG überarbeitet wird.
Rösli Fässler, Magdenauerstr. 48, 9230 Flawil Mail: ro.faessler63@bluewin.ch

Keine Chancen für Embryos

Bessere Chancen für Kinderlose werden im Zeitungsartikel zur Abstimmung über das Fortpflanzungmedizingesetz FMedG propagiert. Es sollen ja statt bisher drei neu bis zu 12 Embryos hergestellt werden können pro Behandlungszyklus. Wer will denn heute noch bis 12 Kinder? Solch grosse Familien gab es vor 100 Jahren vereinzelt. Aber eben, es geht in der modernen Fortpflanzungsmedizin darum, die befruchteten Eizellen auf ihre Überlebensfähigkeit  zu untersuchen und den stärksten Embryo einzupflanzen. Die übrigen Embryos würden bei Einwilligung fünf oder zehn Jahre eingefroren. Und dann? Sie sind nach Ablauf der Frist „sofort zu vernichten“ steht wortwörtlich  in Art. 15, 4 und Art. 16, 4. Genau wie in der Radiomitteilung am selben Montag, 11.4. wird auch im Artikel von Jürg Ackermann auf die Zahl der  Zwillingsschwangerschaften hingewiesen, die dank dem neuen FMedG sinken würde. Welch eine Belastung, wenn frau heutzutage ihr Kind nicht genau zum passenden Zeitpunkt und in der gewünschten Ausführung und Anzahl bekommt. Dass die Anzahl der zu vernichtenden oder für die Forschung  verwendeten Embryos aber massiv ansteigen würde, weil meist ein Behandlungszyklus nicht reicht, das wird verschwiegen. Welche Chancen haben die Embryos?  Der einzelne Topembryo, der vielleicht geboren wird, lebt. Und seine 11 oder mehr Geschwister? Vernichtet. Das darf nicht sein. Das menschliche Leben soll endlich auch im Embryonalstadium geschützt werden. Daher Nein zur Revision des FMedG.

Rösli Fässler (EDU), Magdenauerstr. 48, 9230 Flawil

PID und industrielle Fertigung

Leserbrief zum Thema Präimplantationsdiagnostik, erschienen am 22. Mai 2015 im St. Galler Tagblatt.

Bekanntlich ist die Reproduktionsmedizin auf bestem Weg zur Kinderwunschindustrie und wird sich kaum den steigenden Ansprüchen entziehen können! Zu diesen gehört die Qualitätssicherung: erst damit wird ja eine „definierte Qualität“ erreicht.

Versagt die Qualitätsprüfung, so spricht der Volksmund von einem Garantiefall. Dem guten Firmenruf zuliebe führen solche sehr rasch zu einer Verschärfung der Prüfung.

So weit, so gut. Nun aber gelten bei der Präimplantationsdiagnostik als Prüflinge weder Schrauben, noch Bremsbeläge, sondern Menschen! Darum seien hier zwei unter vielen Fragen erlaubt:

Wer bestimmt die „definierte Qualität“ und folglich, was zum Ausschuss wird?

Wie wird die „Firma“ den Forderungen nach vertiefter Qualitätsprüfung begegnen, wenn die unvermeidlichen ersten Garantiefälle öffentlich werden?

Vergessen wir nicht: bereits 2002, beim ersten Urnengang zur Fortpflanzungsmedizin, warnten kritische Stimmen vor der heutigen Entwicklung. Sie wurden als Schwarzmaler abgetan… Im allgemeinen Machbarkeitswahn enden leider zu viele Versprechen als Versprecher! Wollen wir uns erneut über den Tisch ziehen lassen?

Pierre Herter, Stickerstraße 7, 9113 Degersheim    

Dammbruch für Selektion ohne Gnade

Leserbrief, erschienen im "Werdenberger & Obertoggenburger" am 19. Mai 2015:

Die eidg. Abstimmungen scheinen inhaltlich immer anspruchsvoller zu werden. Nur schon der Titel „Präimplantationsdiagnostik“ ist für viele Stimmbürgerinnen und Stimmbürger ein Fremdwort. Ein Thema für Fachleute und Spezialisten? Stehen wir am Anfang einer epochalen Wende der Menschheit? Oder geht es lediglich um ein neues Wirkungsfeld für die Forschung?

Wie schon bei vielen Abstimmungen weiss man auch bei der vorliegenden Vorlage „Änderung der Verfassungsbestimmung zur Fortpflanzungsmedizin und Gentechnologie im Humanbereich“ nicht, dass dann der Gesetzgeber aus dieser Verfassungsänderung schmiedet. Sicher ist, dass neu schon in der Verfassung Tür und Tor geöffnet werden soll, dass sich die Forschung für die medizinisch unterstützte Fortpflanzung genügend Embryonen ausserhalb des Körpers der Frau entwickeln kann.

Mit dieser neuen Verfassungsgrundlage wird die Obergrenze der zu „entwickelnden“ Embryonen schwammig festgelegt. Die Forschung hat grosses Interessen genügende Embryonen für Forschung und Versuchszwecken zur Verfügung zu haben. Dass nach der Verschmelzung, also ein Embryo ein menschliches Leben ist, wird ausgeklammert. Vielmehr steht aber die Möglichkeit offen, dass durch das PID nicht nur erblich vorbelastete Eltern, sondern alle Paare Zugang haben. Ebenfalls wir so der künstlichen Befruchtung der Weg geebnet. Es liegt nach einer Annahme der PID. Verfassungsänderung auf der Hand, dass Embryonen auch selektioniert werden können und „lebenswert – oder lebensunwert“ im Labor entschieden wird.  

Ohnehin müssen für eine erfolgreiche Geburt ungefähr 40 Embryonen gezeugt werden. Wird mit der PID ebenfalls das Gefrierverbot für Embryonen aufgehoben, müssten Tausende überzählige Embryos nach spätestens 10 Jahren dem Schicksal, der Forschung überlassen, oder vernichtet werden.

Mit einem entschiedenen Nein an der Urne am 14. Juni können wir die ungeheuerliche Entwicklung abwenden und dem Forschungswahn am menschlichen Leben Halt gebieten.
Hans Moser Hostetgass 9 9470 Buchs
    

Leserbrief zur PID Abstimmung vom 14. Juni 2015

Leserbrief, erschienen am 15.5.2015 in den Wiler Nachrichten und am 22.5.2015 im St. Galler Tagblatt:
Über eine Änderung in der Bundesverfassung wird am 14. Juni abgestimmt, ein kleiner Teilsatz, der allerdings weitreichende Folgen hätte. Ziel der Verfassungsänderung ist es, die Präimplantationsdiagnostik (PID) zu ermöglichen. PID ist die genetische Untersuchung eines durch künstliche Befruchtung erzeugten Embryos vor Einpflanzung in den Mutterleib. Dabei würden dem winzigen Embryo 1-2 Zellen entnommen und auf Erbkrankheit oder Fehlbildung untersucht. Gesunde Embryonen würden der Mutter eingepflanzt oder als Reserve tiefgefroren, die „fehlerhaften“ würden vernichtet. Es geht also um Selektion von „wertvollem“ und „minderwertigem“ Leben im Labor. Das Fortpflanzungsmedizingesetz, das die Details regelt, ist fixfertig und würde sofort nach Annahme der Verfassungsänderung eingeführt. Dies gilt es mit einem NEIN zur PID am 14. Juni zu verhindern. Es soll auch in Zukunft nicht im Labor entschieden werden, wer leben darf und wer nicht.
Rösli Fässler,  EDU (Präsidentin Kreispartei Wil), Magdenauerstr. 48, 9230 Flawil

Tatsachen werden verdreht

Leserbrief im St. Galler Tagblatt vom 13. Dez. 2013 zu den Artikeln "Grabenkampf um Abtreibungen" vom 9.12.13 / Bundesrat hält Initiative für "gefährlich" vom 10.12.13

Es ist eine Verdrehung der Tatsachen, wenn Bundesrat Alain Berset sagt, diese Initiative sei gefährlich. Nicht die Initiative ist gefährlich, sondern eine Abtreibung ist eine lebensgefährliche Sache, mit Todesfolge für das ungeborene Kind und (verschwiegenen) psychischen Folgen für die Frau und ihr Umfeld. 

Fakt ist, dass es bei der Initiative um die Finanzierung der Abtreibungen geht, die nach einer Annahme nicht mehr, wie es jetzt der Fall ist, von der Grundversicherung und damit von allen Prämienzahlern berappt werden, sondern von den Abtreibungswilligen  selbst oder allenfalls von einer Zusatzversicherung. Ich will nämlich nicht über meine Krankenkasse Tötungen bezahlen! Wir haben in der Schweiz nun wirklich andere Möglichkeiten, schwangeren Frauen in einer finanziellen oder sozialen Notlage zu helfen. Beispielsweise setzt sich die Schweizerische Hilfe für Mutter und Kind unkompliziert mit umfassender Hilfe seit Jahrzehnten ein. www.shmk.ch

Dann denke auch ich, dass  die Landeskirchen „natürliche Verbündete der Abtreibungsgegner“ sein müssten. Ihre ablehnende Haltung gegenüber dieser Initiative ist für mich deshalb nicht nachvollziehbar. Die weiter zitierte „Mahnung des evangelischen Kirchenbundes: Nicht durch Sanktionen, sondern durch Lebensperspektiven könnten Abtreibungen verhindert werden“ zeigt nur einen Teilaspekt auf. Ich meine, dass eben Verfassung und Gesetzgebung auch lebensbejahende Rahmenbedingungen schaffen müssen, um Tötungen möglichst zu verhindern. Dazu ist auch das Gespräch in der Gesellschaft über Moral, Ethik und Lebensperspektiven sehr wichtig, denn der Mainstreaming prägt eben insbesondere die Jugend sehr stark. Die Kirchen täten gut daran, sich klar zur Lebensperspektive der Ungeborenen zu äussern.

Dass eine finanzielle Entlastung von 8 Mio. Franken für die Grundversicherung wenig ist, stimmt einerseits, wenn die riesigen Summen betrachtet werden, die Jahr für Jahr berappt werden müssen, um Krankheiten zu heilen oder zu lindern. Aber es wären doch Kosten, von denen die Grundversicherung  jährlich entlastet würde, die jetzt zur Tötung von ungeborenem Leben eingesetzt werden. Welche Tragödie, wo doch eigentlich gemäss Bundesverfassung Artikel 10 „jeder Mensch das Recht auf Leben und Unversehrtheit hat“.

Ich werde am 9.2.13 JA zur Inititative „ Abtreibungsfinanzierung ist Privatsache“ sagen.
Rösli Fässler, Vorstandsmitglied der EDU Kt. St. Gallen, Magdenauerstr. 48,  9230 Flawil

Abtreibung ist nicht Privatsache

Zu  „ Abtreibung ist nicht Privatsache“  vom Sa. 3. Nov. 2012 

Dem Titel „Abtreibung ist nicht Privatsache“ kann ich voll zustimmen, denn Abtreibung ist nicht privat, sondern betrifft die Gesellschaft sehr direkt. Abtreibung ist Tötung eines Ungeborenen. Die Mutter (und der Vater) hat die Situation samt evt. gesundheitlichen und seelischen Folgen zu tragen.                         Das involvierte Medizinalpersonal handelt  zwar „gemäss gültigem Recht“, ethisch sehe ich  die Sache anders. Die abgetriebenen Kinder fehlen uns, die Demografie in der Gesellschaft verändert sich auch wegen der getöteten Kinder.  Abtreibung betrifft die Gesellschaft. 

Nun war aber nach obigem Titel in zwei Sätzen etwas ganz anderes zu lesen:  1. dass die Gesundheitskommission des Nationalrates (SGK) die Initiative ablehne. Gemeint ist wohl, dass das Anliegen,  die Abtreibungsfinanzierung zur Privatsache zu erklären, von der SGK abgelehnt wird?   2.Die Argumentation von der SGK, dass die Initiative „schädliche gesundheitliche und soziale Auswirkungen“ habe,  erstaunte mich nun doch. Ich möchte darauf hinweisen, dass bei jeder Abtreibung ein ungeborener Mensch schwerste gesundheitliche Auswirkungen erduldet, er wird nämlich getötet und hat absolut keine Möglichkeit , sich dagegen zu wehren. Ich finde es sehr wichtig, über dieses Unrecht, das an wehrlosen Embryos verübt wird, zu sprechen. Dass die obligatorische Grundversicherung der Krankenkassen Abtreibungen bezahlt, dagegen wehrt sich die Initiative. Es kann doch nicht sein, dass wir über die Krankenkassenprämien Tötungen finanzieren! Wir als Gesellschaft täten gut daran, dies gründlich zu bedenken. Bessere Lösungsansätze:  Schwangeren Frauen und deren Umfeld sollten wir beistehen, damit sie nicht abtreiben.  Kinder sollen in ein möglichst gesundes Umfeld einer Familie hinein geboren werden dürfen, wo sie Annahme und Liebe erfahren, die sie für ihre Entwicklung brauchen.  Da hat die Gesellschaft viel beizutragen, ein familienfreundliches Umfeld und gute politische Rahmenbedingungen für Familien und Alleinstehende  zu schaffen. 

Rösli Fässler, EDU, Gehrenstr. 19 , 9230 Flawil

Wider Bagatellisierung und Tabuisierung

Leserbrief zum Beitrag: „Abtreiben werden die Frauen ohnehin“, erschienen im Tagblatt Seite 3 „thema“ am Samstag, 15. Sep. 2012

Es wird von Anne-Marie Rey der Eindruck erweckt, dass mit der Streichung der Kostengutsprache im Grundleistungskatalog der Krankenkassen die Frauen in die Illegalität getrieben werden. Dies muss natürlich keinesfalls so sein. Das Volk hat vor 10 Jahren mit deutlichem Mehr der Fristenlösung zugestimmt. Sollten Abtreibungen in Zukunft über eine spezielle Zusatzversicherung laufen, so könnten alle Abtreibungsbefürworter mit einem Beitrag ihre Solidarität bekunden. Aber es ist nicht nachvollziehbar, dass Personen, die Abtreibungen als Vernichtung menschlichen Lebens sehen und aus tiefster Überzeugung für den Schutz des Lebens eintreten, dazu gezwungen werden, etwas mit ihrem Geld zu unterstützen, was in ihren Augen totales Unrecht ist. Das ist schlimmer, als wenn bei uns im Militär ein Mann noch zu einem Dienst mit Schusswaffen gezwungen würde. Höchstwahrscheinlich würde er in der Schweiz nie einen Menschen töten müssen. Aber es werden jährlich 10‘000 Abtreibungen finanziert: Kinder die in unserer Gesellschaft fehlen, unerwünscht sind, sich die reiche Schweiz nicht leisten will. Wobei sich die Frage stellt, ob diese Zahl nicht einiges höher wäre, wenn die Pille danach dazugezählt würde.Ein zugegebenermassen positiver Nebeneffekt bei dieser Initiative ist, dass wieder über die Kindstötungen gesprochen wird. Nicht, dass dabei die Frauen verurteilt werden sollen, denn sie wissen es nicht besser, stehen oftmals unter hohem Druck und sind oft nur noch verzweifelt. Das verheerende Unrecht ist, dass den Frauen erzählt wird, eine Abtreibung sei keine grosse Sache, sie hätten die Wahl  und brauchten sich nicht ein schlechtes Gewissen zu machen. Die Tragödien danach werden tabuisiert. Eine Frau treibt normalerweise nicht so einfach ab, wie sie etwa den Wohnsitz wechselt. Zu Recht meldet sich das Gewissen und klagt sie an. Nicht ohne Grund verfolgt sie ihre Tat und sie hat Mühe, sich Bilder werdender Kinder anzusehen. Die Folgekosten durch psychische Probleme sind wohl ein Vielfaches höher als die eigentliche Abtreibung. Auch diese tragen die Allgemeinheit und sie sind Ausdruck unsäglichen Leids. Nur hat dieses nicht zu existieren, da ja Abtreibung eine Bagatelle zu sein hat. Wenn dieses Tabu endlich richtig thematisiert wird, kann die Initiative „Abtreibung ist Privatsache“ durchaus zu weniger Abtreibungen führen. So oder so ist die Gesellschaft gefordert, nicht abgetriebene Kinder willkommen zu heissen und ihnen zusammen mit ihren Müttern und Familien zu helfen, dass sie ein gutes Leben haben dürfen. Dies könnte unter Umständen sogar eine Adoption sein, welche Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch ein Kind aus der Schweiz ermöglicht.Lisa Leisi, vierfache Mutter, EDU Vizepräsidentin Kanton St. Gallen