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Revidiertes Betäubungsmittelgesetz fördert Elend

Scheinbar wurde schon in den letzten Jahren zunehmend, vorbei an den an sich geltenden Richtlinien, eine Drogenpolitik praktiziert, die nun durch das revidierte Betäubungsmittelgesetz (rev. BetmG) nachträglich legitimiert werden soll! Und trotzdem würde man bei Ablehnung automatisch einen Rückfall hinnehmen müssen in die Zeiten der offenen Drogenszenen. Dies ist eine widersprüchliche Behauptung ohne Grundlage, wie auch die Aussage, die angewendete Drogenpolitik habe sich bewährt! Hat sich unsere Drogenpolitik wirklich bewährt, wenn momentan 1300 Menschen Heroin abgegeben wird, Zehntausende Metadon verabreicht bekommen und Hunderttausende Cannabis konsumieren? Nur 5% ausstiegswillige Heroinsüchtige sprechen für sich! Und wie viele von diesen schaffen  wirklich einmal den Ausstieg? Zur Zeit werden jährlich mehr als 200 kg Heroin benötigt, wofür die Krankenkassen pro Jahr mit ungefähr 20 Mio. Franken aufkommen müssen. Hinzu kommen die auf jährlich über 4 Milliarden Franken geschätzten Leistungen im sozialen Bereich, welche die Fürsorgeämter und die Invalidenversicherung für diese kleine Gruppe inklusive Metadonabhängiger lebenslang zu zahlen haben. Leider ist auch belegt, dass im Verlaufe der Suchtentwicklung die Willens- und Entscheidungsfreiheit zunehmend eingeschränkt wird.  Damit aber werden diese Menschen ohne Hoffnung und ohne Perspektiven in ihrer Drogennot gelassen. Diese Handhabung soll nun sogar noch auf weitere Betäubungsmittel ausgedehnt werden mit dem rev. BetmG! Gleichzeitig soll der Drogenkleinhandel toleriert werden. Welche Menge wird dann (willkürlich) strafbar? Weiter sollen die Kantone und Gemeinden verpflichtet werden können, Fixerräume und staatliche Drogenabgabestellen zu führen. Dabei ist erwiesen, dass das Angebot die Nachfrage steigert und dass solche Einrichtungen auch Drogendealer anziehen. Hingegen ist meines Wissens nicht belegt, dass Verbote die Nachfrage steigern, wie gerne suggeriert wird.

Auch die UNO-Drogenkontrollbehörde kritisiert unsere liberale Drogenpolitik! Länder wie Schweden, Finnland und Norwegen können mit ihrer restriktiven Drogenpolitik weit bessere Resultate vorweisen.

Mit einem Nein zum rev. BetmG und zur Hanfinitiative wird ein Zeichen gesetzt zur Ächtung jeglicher Drogen! Gleichzeitig braucht es abstinenzorientierte Therapien, Früherkennung und Einbezug der Eltern, Förderung der Eigenverantwortung, bessere Prävention in Sachen Drogen, berufliche Förderung, diakonische Begleitung, „dienen anstelle verdienen“ und die Durchsetzung der eigentlich geltenden Gesetze!

Lisa Leisi, Vizepräsidentin EDU St.Gallen, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt

Ein drogenfreies Leben lohnt sich!

Drogenkonsum ist keineswegs harmlos. Die Sucht macht unfrei. Die gesundheitlichen und psychischen Schäden sind enorm, auch wenn sie sich zum Teil erst mit der Zeit zeigen. Die Reaktionsfähigkeit ist eingeschränkt und daher sind Drogenkonsumenten im Strassenverkehr gefährlich und im Berufsleben gehindert.

Sowohl für Jugendliche wie für Erwachsene lohnt sich ein drogenfreies Leben. Vorbilder sind gefragt! Ein Familienleben, in dem Geborgenheit und Herausforderungen gegeben werden, ist wichtiger denn je. Immer wieder warnen vor den Folgen des Drogenkonsums in aller Dramatik Die Hürde, an Drogen heran zu kommen, muss hoch sein. Jegliche Weitergabe von Drogen muss bestraft werden, ganz konsequent und hart. Keine Oeffnung der Grenzen, denn dort werden immer wieder Drogen sichergestellt, dies muss so bleiben. Abstinenzorientierte Hilfe, mit Therapie, welche die Ursachen angeht, die hinter der Sucht stehen. Ehemals Drogensüchtige in Schulklassen aus ihrem Suchtalltag erzählen lassen, auch das ein präventiver Schritt.

Die SFA (Schweiz. Fachstelle für Alkohol und andere Drogen) veröffentlicht immer wieder Statistiken und Fakten. Es ist erschreckend, wieviele Süchte in unserer Gesellschaft und unter der Jugend verbreitet sind. Handlungsbedarf ist dringend nötig!

Eine Liberalisierung bei Drogen und anderen Suchtmitteln muss verhindert werden. Drogen konsum ist nicht “in”, sondern schadet dem Einzelnen und der Gesellschaft.Darum stimme ich am 30. Nov. Zwei Mal NEIN zu Vorlage 4 und 5. 

Rösli Fässler, Lindenstr. 16, 9230 Flawil