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Sexismus-Debatte - Das währe Übel

 

Leserbrief erschienen am 20.11.2017 im Tagblatt-Forum St. Gallen.

Es ist ziemlich abstrus, was bezüglich Sexualität und Übergriffe abläuft: Da ist die Stiftung „Sexuelle Gesundheit Schweiz“, welche uns die WHO-Standards für Sexualaufklärung in einer grossangelegten Allianz beliebt machen will und auch über die Schulen durchzusetzen versucht. Ausgelebte Sexualität soll - quasi von der Wiege bis zur Bahre - als Lebensrecht eingetrichtert werden. Die Heranwachsenden sollen animiert werden, früh aktiv zu werden und Erfahrungen zu sammeln. Selbst Pornokompetenz kann nach ihrer Theorie erlangt werden und gilt deren Befürwortern als positiv und erstrebenswert. Pornographie ist ein riesiges Geschäftsfeld. Deren Verfügbarkeit will man auch bei den Heranwachsenden nicht unterbinden. Angewöhnte pornographisch stimulierte sexuelle Befriedigung braucht jedoch immer noch stärkere Reize wegen des Gewöhnungseffekts. Pornographie züchtet geradezu ein falsches Bild von Sexualität und ein verheerendes Frauenbild heran: Frauen als Verbrauchsmaterial, welche – auch losgelöst von Liebe – jederzeit scharf auf Sex zu sein scheinen und auch an jeglichen Praktiken Freude haben sollen.

Wie viele Männer sind wohl der Pornosucht verfallen und gefangen in sexuellen Gedanken? Für solche Männer wird die Diskrepanz wohl unüberbrückbar gross, zwischen den verinnerlichten Bildern und toleriertem Verhalten. Heute gilt teilweise als übergriffig, was bei Sympathie gerne hingenommen würde. Männer ohne schlechte Absichten werden richtiggehend verunsichert: Wie darf einer Frau Zuneigung überhaupt noch gezeigt werden? Was könnte bereits als Übergriff ausgelegt werden oder so ausgelegt werden, wenn die Frau einem nicht (mehr) wohlgesonnen ist? Zuerst wird sexuelle Lust unangemessen gefördert und dann soll ein Mensch unter strengster Kontrolle haben, was er nicht lernen musste. Deshalb wäre mit der Elimination von Pornos ein guter Anfang gemacht! Doch das wäre möglich, denn wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

 

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt

Eine sehr traurige Sache

Leserbrief vom 22.8.2014 im St. Galler Tagblatt: 

Vorstoss gegen HIV-Plakate
Dass nochmals Plakatfotos  
in der Zeitung gezeigt werden, nachdem das BAG die Kampagne beendet habe, das ist schade. Ich freue mich aber, dass Sie den Protesten aus der Bevölkerung in diesem Artikel Raum gegeben haben. Hingegen bin ich entsetzt darüber, dass das BAG seine Kampagne im Internet weiterführen will. Das ist wirklich eine sehr traurige Sache, dass eine Behörde mit Sexfilmchen im Internet auftritt. Kinder, Jugendliche und Erwachsene brauchen Schutz und nicht Verführung.
Rösli Fässler, Magdenauerstr. 48, 9230 Flawil / EDU

Das soll Aidsprävention sein?

Leserbrief zu Seite 2 der Wiler Zeitung vom Dienstag, 13. Mai 2014:

Mir stockte der Atem, als ich heute die Zeitung aufschlug. Was soll das? Ich kann beim besten Willen keinen Zusammenhang erkennen zwischen einem solchen Foto, das die Intimsphäre verletzt,  und Aidsprävention. Unter dem Foto heisst es, dass Personen sich zum Zweck der neuen Stopp-Aids-Kampagne fotografieren lassen können. Und dann sollen sie auf Plakaten im öffentlichen Raum ausgestellt sein? Ich empfinde das als Zumutung und skandalös.
Dem BAG empfehle ich statt dessen Treue in der Partnerschaft zu thematisieren. Dies gerade auch im Blick auf die wachsenden Ansteckungen anderer sexuell übertragbarer Krankheiten wie Syphilis und Gonorrhoe, die im Gegensatz zu Aids schon vor 40 und mehr Jahren bekannt waren. Schon damals wurde gewarnt, sich nicht mit „jedermann“ intim zu betätigen. Warten lernen  und dann treu sein, eigentlich einfach und doch so schwer.
Rösli Fässler, Magdenauerstr. 48, 9230 Flawil

Offensive gegen das schlechte Gewissen

Leserbrief vom 13. Mai 2014 zur neusten Aids-Kampagne

Noch ist die angestrebte absolute sexuelle Befreiung nicht Wirklichkeit. Aber in beispiellosen Kampagnen auf verschiedenen Ebenen wird alles getan, um diese selbstzerstörerische Utopie zu verwirklichen: In den Schulen verführen Sexualpädagogen Kinder zu einer Sexualität fast ohne Tabus. Mittels Gender-Mainstreaming wird versucht, die geschlechtlichen Unterschiede platt zu walzen. Der Bundesrat will das Eherecht entwerten und für Homosexuelle und Polygamie öffnen, sollte sich ein Gutachten durchsetzen. Die UBS in Zürich hat die Homosexuellen als Mehrwert entdeckt für das Arbeitsklima. Conchita Wursts Sieg am Eurovision Song Contest spricht Bände; pikantes Detail: die Österreicher konnten dieses Jahr nicht bestimmen, wen sie an den Contest schicken wollten. Ist diese Meinungsmache hinter den Kulissen wirklich ein Sieg des guten Geschmacks der Gesellschaft und „ein Sieg für Toleranz und Respekt“?
Einen neuen destruktiven Höhepunkt leistet sich nun das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit ihrer pornographischen Aids-Kampagne: Was ist das für eine Präventionsarbeit, wenn Leute aus dem Volk aufgerufen werden, sich beim Sexualleben fotografieren zu lassen, damit das BAG mit ihren Fotos zu Freizügigkeit ohne schlechtes Gewissen aufrufen kann? Die Botschaft bei „love life – Bereue nichts“  ist: Einfach das Gewissen betäuben, dann spielen anderen Personen zugefügte tiefe Verletzungen  keine Rolle mehr. Wie sich damit Aids und andere Geschlechtskrankheiten eindämmen lassen, bleibt dem gesunden Menschenverstand verborgen.
Noch ertönen aller Meinungsmache zum Trotz im Radio Liebeslieder von Männern an Frauen und umgekehrt, welche die Einzigartigkeit und Treue besingen. Noch wünschen sich die meisten jungen Leute eine gelingende Ehe mit einem Partner des anderen Geschlechts und Elternschaft. Noch immer ist es nicht einfach eine Bagatelle, wenn ein Ehepartner die Treue bricht. Machen wir uns deshalb stark für gelingende Familien!
Lisa Leisi, 9615 Dietfurt, Vizepräsidentin der EDU Kanton St. Gallen

Scheinheiliges Verbot für Minderjährige

Leserbrief zur Meldung „Gegen Handy-Pornographie“, Toggenburger Tagblatt, 5. Juni 2007

Dass Ständerat Rolf Schweiger das Anbieten und Verbreiten von Pornographie für Minderjährige übers Handy verbieten will, ist überfällig.  Nur sollte man andere Quellen wie das Internet, entsprechende Zeitschriften und Lokalitäten ebenso ausschalten können. Dies nicht nur für Jugendliche, sondern ebenso für Erwachsene. Jede andere Lösung ist scheinheilig, weil unehrlich. Oder möchte jemand behaupten, dass Pornographie ab einem gewissen Alter plötzlich keinen Schaden mehr anrichtet und sogar positive Auswirkungen hat? Die Suchtgefahr darf nicht unterschätzt werden. Auch ist Pornographie kaum einer Partnerschaft förderlich. Wir geniessen viele Freiheiten, doch hört die Freiheit dort auf, wo sie negative Auswirkungen auf andere hat. Frauen, die sich entsprechend darstellen lassen oder sich den Männern käuflich anbieten, entwürdigen die Frauen. Sie und alle Geschäftemacher, die damit zu tun haben, fördern die Untreue und Wegwerfmentalität unter uns Menschen, was nichts mit Wertschätzung, Würde und Achtung zu tun hat.

Lisa Leisi, Vizepräsidentin EDU St.Gallen, Michelaustr. 29, 9615 Dietfurt