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Verunglimpfung und Ablenkung

Leserbrief im St. Galler Tagblatt zum Artikel „Ex-Sektenmitglied schreibt Kampfschrift gegen Lehrplan“/“Der lange Schatten der Psychosekte“, vom 25. Juli 2018, erschienen am 7. Aug. 2018 im Tagblattforum.

 

Mangels anderer Themen (?) wurde in einem gross aufgezogenen, reisserischen Artikel wieder einmal deutlich gemacht, mit was für Leuten man sich einlassen darf und mit welchen nicht, wenn man vom Mainstream als vertrauenswürdig wahrgenommen werden will. Auch, was für Positionen in Bildungsfragen akzeptiert sind und welche nicht, nur schon, weil man sonst mit den falschen Leute verbandelt ist. Damit erübrigt sich genaueres sachbezogenes Hinschauen und man kann elegant von berechtigten Kritikpunkten ablenken. 

Ich wünschte mir von Journalisten einfach sachbezogene Auseinandersetzungen mit verschiedenen Blickwinkeln zu vielfältigen Themen und damit auch zu Bildungsfragen ohne nimmermüdes Aufwärmen einer vermeintlichen Psychosekte. Weiter hoffe ich auf Bürgerinnen und Bürger, welche selber denken und sich durch ihre Beobachtungen und Erfahrungen ein eigenes Bild machen. Sicher ist, dass wir noch von vielen bewährten Lehrern und einer allgemein niederen Jugendarbeitslosigkeit, auch dank guter Wirtschaftslage,Schule / HarmoS / Sexualpädagogikprofitieren. Auswirkungen fundamentaler nicht kindgerechter Umwälzungen im Schulbereich werden sich erst in einigen Jahren vermehrt zeigen. Ob man sich dann an die Kritiker - gleich welchen Hintergrunds - erinnern wird?

Lisa Leisi, Michelsaustrasse 29, 9615 Dietfurt

Kritik am Lehrplan 21 unerwünscht

Schule / HarmoS / SexualpädagogikLeserbrief im St. Galler Tagblatt zu: «Der lange Schatten der Psychosekte» vom 25. Juli 2018, erschienen am 3. Aug. 2018 im Tagblattforum.

 

Ich gebe es zu, ich kenne den VPM nicht. Und ich bin überfordert von den vielen Begriffen, deren Bedeutung ich nicht kenne, im Artikel von Herrn Rostetter. Ausserdem habe ich die Bücher von Frau Barben nicht gelesen. Trotzdem äussere ich mich, denn durch die weitschweifigen Sätze im Artikel kommt für mich stark zum Ausdruck, dass Kritik am Lehrplan 21 unerwünscht ist. Eine in der gesamten Deutschschweiz mit viel Weiterbildungs- und Kostenaufwand, auch für neue Lehrmittel, eingeführte Änderung in der Volksschule muss aber meines Erachtens sehr genau auf Inhalt und Auswirkungen auf Schüler, Lehrer und Gesellschaft beobachtet werden. Eine Schulreform darf nicht zu Verschlechterungen führen. Dass Deutschkenntnisse, grundlegendes Rechenverständnis und hauswirtschaftliche/handwerkliche Fähigkeiten seit Jahren im Abnehmen sind, ist im Lehrlingsbereich leider feststellbar. Kritik soll zu Verbesserungen führen! Das ist das Ziel in meinem Berufsalltag, das soll auch beim Lp 21 so sein, hoffe ich zumindest!

Rösli Fässler, EDU Kreispartei Wil, Magdenauerstr. 48, 9230 Flawil

Fremdsprachen auf Primarstufe

Leserbrief vom 24. April 2017 im St. Galler Tagblatt zum Beitrag:
Französisch überfordert die Primarschulkinder nicht, Tagblatt vom 07. April 2017.

An der nächsten Session des St. Galler Kantonsrates wird die Legislative ein weiteres Mal über Bildungsfragen debattieren und abstimmen.

In einem Postulat fordern 5 Kantonsräte mit 70 Mitunterzeichnern die Regierung auf, eine allfällige Überforderung der Schüler durch zwei Fremdsprachen in der Primarschule zu prüfen.

In einem fast 50-seitigen Bericht der Regierung findet der aufmerksame Leser kaum Antworten auf die gestellten Fragen. Es werden eigene, nicht repräsentative Umfragen erwähnt, während grosse, seriöse, sehr aussagekräftige Langzeitstudien (z.B. Pfenninger, Uni Zürich 2014) wohl wegen nicht genehmer Ergebnisse nicht erwähnt werden.

Die vorberatende Kommission des Kantonsrates hatte diese Fakten zur Hand, ist aber aus nicht nachvollziehbaren Gründen mehrheitlich nicht darauf eingegangen.

Im ganzen Land ist bekannt, dass ein erfolgreiches Lernen von Fremdsprachen davon abhängt, dass die Erst- oder Muttersprache möglichst gut beherrscht wird. Dies ist am Ende der 2. Klasse bei weitem nicht gegeben. Es ist auch Tatsache, dass die Kinder an der Oberstufe, mit guten Deutschkenntnissen im Rucksack, in viel kürzerer Zeit viel mehr erreichen.

Der Zürcher Lehrerverband wehrt sich für nur eine Fremdsprache auf Primarstufe.

Die vorberatende Kommission im Kanton Thurgau hat dies auch erkannt und den Mut aufgebracht, ihrem Kantonsrat eine entsprechende Empfehlung abzugeben.

Ermutigen wir unsere Kantonsräte, mit Blick auf die Kinder, eine der beiden Fremdsprachen entschieden auf die Oberstufe zu verschieben.

Allein schon aus finanziellen Überlegungen, was für viele ausschlaggebend ist, müsste man sich für eine Fremdsprache entscheiden – diese dafür aber richtig lernen.

Heinz Herzog, Büchelstrasse 10; 9425 Thal

Fremdsprachen lernen auf Kosten von anderen Fächern

Leserbrief zum Artikel vom 08.04.2017: "Frühfranzösisch bleibt umstritten", erschienen am 11.04.2017 im Toggenburger Tagblatt.

Gleich wie die vorberatende Kommission sah es bereits die Regierung mit ihrem entsprechend ausgerichteten Bericht: Englisch in der 3. Klasse und Französisch in der 5. Klasse sollen beibehalten werden. Deshalb wurde auch die Studie von Dr. Simone Pfenninger  nicht beigezogen und die ablehnende Haltung der Lehrer als DIE Fachpersonen in der Praxis nicht ernst genommen. Gewisse Fragen wurden ausgeklammert wie, ob die Schüler mit dem frühen Sprachenlernen auch wirklich, verglichen mit der aufgewendeten Zeit, in den Fremdsprachen entsprechend zusätzlich profitieren bis zum Ende der Schulzeit. Klar ist, dass zwei Fremdsprachen im Primarschulalter auf Kosten anderer grundlegender Fächer gehen.

Auch wurde in den KMU’s wohl noch nie nachgefragt, ob diese bei ihren Lehrlingen mehr mangelnde Fremdsprachenkenntnisse oder mehr mangelnde Deutsch- und Mathematikkenntnisse beklagen. Sehr zu denken geben müsste im Bericht zudem (Welche  Kommissionsmitglieder haben ihn wohl richtig studiert?), dass die Sprachanforderungen so sehr heruntergeschraubt wurden, dass kaum mehr ein Schüler überfordert sein kann. Damit scheint es bei diesem Politikum vor allem darum zu gehen, den Frühfremdsprachenunterricht vorweisen zu können. Was dabei herausschaut, ist sekundär. Wenn jedoch etwas absehbar kaum Sinn macht, ist umgehendes Handeln gefragt (der richtige Zeitpunkt!) und jede Verzögerung schadet zusätzlich. Wenn Sandro Hess, CVP-Kantonsrat und Schulleiter sieht, dass die deutsche Sprache wegen dem ständigen Ausbau des Fächerspektrums nicht mehr so vertieft behandelt werden kann, müsste er auch sehen, dass die Frühfremdsprachen ein massgeblicher Teil dieses Ausbaus und damit Teil des Problems sind.

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt

HarmoS-Initiative

Leserbrief, erschienen am 26. Aug. 2016 in der Wiler-Zeitung.

Je mehr ich mich mit der Materie beschäftigte, desto mehr kippte meine Überzeugung zugunsten der Initiative für den HarmoS-Austritt. Jedem Kind zwei Fremdsprachen in der Primarschule aufzuzwingen und die deutsche Rechtschreibung zu vernachlässigen, kann ich keinen Vorteil abgewinnen. Die laufend neuen Massnahmen des Bildungsparlaments zeigen, dass die aktuelle Situation unbefriedigend ist. Mit dem HarmoS-Austritt entledigen wir uns dieses Zwanges. 5 von 7 Nachbarkantonen leben bereits sehr gut ohne HarmoS.

Ausserdem ist auch innerhalb des HarmoS die Harmonisierung der Frühfremdsprachen nicht vollzogen. Wer z.B. in den Kanton Bern umzieht, bekommt das zu spüren.

Dass die Gegner der Initiative nun (auch in verschiedenen Tagblatt-Ausgaben) einen drohenden Eingriff des Bundes ins Feld führen, zeigt, dass es kaum sachliche Gründe für den Verbleib im HarmoS-Konkordat gibt. Der kürzliche Vorstoss von Bundesrat Berset zum Unterricht der Landessprachen unterliegt mehrfachen demokratischen Instanzen (inkl. möglichem Volksentscheid) und ihm wurden von vielen Seiten kaum Chancen zugestanden. David Gysel, Husen 416, 9246 Niederbüren

Sprachkompromiss?

Leserbrief zu "Steiniger Weg für Beriet" (Wiler Zeitung vom 8.07.2016), erschienen am 15.07.20126 in der Wiler Zeitung.  

Beschönigend „Sprachenkompromiss“ der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK) wird genannt, was den Primarschülern in HarmoS-Kantonen zwei Fremdsprachen aufzwingt. Weil Harmoniniserung allfällige Umzüge erleichtern sollten, hatten die St. Galler Stimmbürger im 2008 diese Kröte geschluckt. Bundesrat Alain Berset hat immerhin die Grösse, weitere Optionen statt nur das Modell dieses HarmoS-Zwangs zur Diskussion zu stellen. Wer sagt denn, dass Englisch so dringend nötig sei in der dritten Klasse? Der St. Galler Bildungsdirektor Stephan Kölliker sagte ja bereits am 30.12.2010 im St. Galler Tagblatt: „Nach zwei Jahren Frühenglisch ab der dritten Klasse zeigt sich aber, dass sich tatsächlich eine Schere öffnet. Vor allem Kinder mit Lernschwierigkeiten und Kinder ohne gute Deutschkenntnisse können dem Englischunterricht schlechter folgen.“ Seither wird aber mit viel Aufwand dieser Zwang zu zwei Frühfremdsprachen schöngeredet, mit teuren Bildungsprogrammen für die Lehrer aufgepäppelt, mit entsprechenden Schulstunden-Umlagerungen nachgeholfen (siehe Tagblatt vom 7. Juni 2016). Bersets Vernehmlassung ist eine Gelegenheit, über das verbreitete Tabu von zwei Frühfremdsprachen nachzudenken und als Bürger und Eltern sich in demokratischen Prozessen einzubringen. 

David Gysel, 9246 Niederbüren

Vorgeschobener Verfassungsbruch

Leserbrief publiziert am 6. April 2016 im St. Galler Tagblatt zu dem Artikel „Thurgauerlied steht im Lehrplan“ und weiteren Ausführungen dazu auf Seite 19, Ostschweiz, erschienen am Samstag, 2. April 2016

 

Dass der Thurgau mit der Verschiebung des Französisch Unterrichts und damit der zweiten Fremdsprache an die Oberstufe einen Verfassungsbruch begehen soll, ist nichts anderes als eine gewollte Auslegung. Entscheidend müsste sein, ob diese Schüler am Ende der obligatorischen Schulzeit ein vergleichbares Niveau im Französisch erreichen wie diejenigen Schüler mit bereits früherem Unterricht. Diese Änderung stellt die Harmonisierung genau so wenig oder sehr in Frage wie die unterschiedliche Reihenfolge bei der Einführung der Fremdsprachen Englisch und Französisch in den Deutschschweizer Kantonen. 

Es ist davon auszugehen, dass die EDK dem Bundesrat Alain Berset geraten hat, die Entscheidung des Kantons Thurgau als Verfassungsbruch auszulegen und bald entsprechende Massnahmen zu ergreifen, damit nicht noch mehr Kantone aufmüpfig werden gegen die regierende EDK. Dies muss dann allerdings zu denken geben. Insbesondere, da sich immer mehr Kantone, Lehrer, Eltern und Politiker von Sprachwissenschaftlern und der Praxis bestätigt sehen, dass zu viele und zu früh eingeführte Fremdsprachen keinen Nutzen haben, weil die Voraussetzungen für zielführende Fortschritte in diesem Alter noch nicht gegeben sind. Alain Berset könnte ebenso vom Bund aus verordnen, dass alle Schulen erst an der Oberstufe eine zweite Fremdsprache lernen. Dies würde wenigstens Sinn machen.

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt

Lehrplan oder Leerplan?

Leserbrief, erschienen im "Werdenberger & Obertoggenburger", am 12. Mai 2015:

Auch der Kt. St. Gallen will den Lehrplan 21 (LP21) für das Schuljahr 2017/2018 einführen. Wer den LP21 zu lesen beginnt, realisiert sehr schnell, dass er voller schwer nachvollziehbarer Pseudofachausdrücken und Schlangensätzen ist.

 

Der LP21 ist in seiner Art ein noch nie  dagewesener Lehrplan und seine Einführung wird auch mit noch nie dagewesenen Methoden vorangetrieben. Mit psychomethodischen Mitteln werden Schulleiter, Behörden und Lehrer auf den LP21 eingedrillt. Der Lehrer-Dachverband gibt im Namen der Lehrer positive Statements zum LP21 heraus, obwohl viele Lehrer grosse Bedenken an der Durchführbarkeit desselben haben. Die LP21-Befürworter erwecken den Eindruck, dass die herkömmlichen Bildungsmethoden schlecht seien und geben vor, mit dem LP21 etwas Neues und Besseres zu bringen. Nachdem Ostschweizer Kinderärzte in der Vortragsserie «Schule und Pädiatrie» die Auswirkungen des LP21 auf die Gesundheit der Kinder hinterfragten, wurden diese postwendend gemassregelt.

 

Lehrplan oder Leerplan?

Wer glaubt, dass der Lehrer mit dem LP21 noch die Freiheit hat, zu lehren, wie er es für gut findet, der irrt sich gewaltig. Der LP21 ist ein Instrument, mit dem alle, Schüler und Lehrer, beurteilt werden. Da der LP21 für die Literatur keine Kriterien angibt und diese den Lehrmittelkonzernen überlässt, bleibt die Tür weit offen, die Lehrmittel mit irgendwelchen Ideologien zu füllen. Selbst wenn im überarbeiteten Lehrplan der Begriff «Gender» nicht mehr zu finden ist, so ist die Gender-Ideologie keinesfalls aus dem LP21 verbannt.

Ein überparteiliches Komitees «Starke Volksschule St. Gallen» will die fatale Entwicklung mit dem Lehrplan 21 verhindern. Vorerst kann das St. Galler Stimmvolk nochmals über den Harmos-Beitritt abstimmen; eine Initiative, die den Austritt aus dem Harmos-Konkordat verlangt, ist zustande gekommen.

 

Die Initiative «Für die Volksschule» die ebenfalls eingereicht wurde, wurde von der Regierung und nun auch vom Verwaltungsgericht als ungültig erklärt, weil solche Gesetzesänderungen nicht möglich seien, solange der Kanton Mitglied des Harmos-Konkordats sei. Ungeachtet der grossen Missstände im Lehrplan 21 und des enormen Wiederstandes in der Bevölkerung nutzt die Regierung die Zeit bis zur Ablehnung des Harmoskonkordats den Lehrplan 21 mit allen Mitteln voranzutreiben. Ein  bürgerliches Demokratie-verständnis kann diese Haltung nicht nachvollziehen.
Hans Moser Präsident EDU Schweiz

Hat das Volk noch Rechte?

Leserbrief zum abschlägigen Entscheid des Verwaltungsgerichts, Artikel im Tagblatt unter der Rubrik Ostschweiz, Seite 19 am Freitag, 8. Mai 2015 erschienen.

Scheinbar hat das Volk mit der Zustimmung zur Bundesverfassungsänderung im Jahr 2006 sowie dem Beitritt zum Harmos-Konkordat jegliche Mitbestimmungsrechte aus der Hand gegeben, wenn es um die Bildung geht. Jedenfalls wird diese Beurteilung der Regierung nun ebenso vom Verwaltungsgericht gestützt. Hätten wohl die Abstimmungsresultate gleich ausgesehen, wenn dem Volk alle Konsequenzen bewusst gewesen wären? Unter anderem zwei Fremdsprachen in der Primarschule gehören damit zwingend dazu, obwohl gerade da die Harmonisierung gar nicht spielt, weil verschiedene Fremdsprachen verschieden früh unterrichtet werden in den Deutschschweizer Kantonen. 

Weiterhin nicht akzeptierbar ist die seit Jahren stattfindende klammheimliche Umkrempelung vom Unterrichtsverständnis und damit, wie Kinder lernen und Lehrer unterrichten müssen (individuell, konstruktivistisch, mit Wochenplänen etc.), wie Klassen zusammengesetzt werden, was und wie alles übergeordnet an Themen mitbehandelt werden muss. Das Volk hat unter der Harmonisierung der Schulziele kaum so eine Revolution verstanden, sondern lediglich eine Angleichung der Wissensziele in den einzelnen Fächern und Schuljahren. Kinder, Eltern und Lehrer sind allem gleichermassen ausgeliefert. Hinzu kommt eine überhand nehmende Bürokratie zur Überwachung von Schülern wie Lehrern sowie Mehrkosten bei abnehmenden Leistungen. Selbst die Privatschulen sollen ebenso bevormundet werden, womit der Gesellschaft jegliche Möglichkeit genommen wird, verschiedene Schulen, Unterrichtsverständnisse, Schwerpunkte und Ergebnisse in Zukunft noch zu vergleichen, denn es wird sie kaum noch geben. Der nicht nur in der Schweiz vorangetriebene totalitär eingeführte Schulversuch – genannt Lehrplan 21 - ist flächendeckend. Es scheint nur einen Weg zu geben: die entsprechenden Volksabstimmungen der vergangenen Jahre dem Volk nochmals zur Abstimmung zu bringen und möglichst rückgängig zu machen.                        

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt

Schon heute gescheiterter Lehrplan 21

Leserbrief zum Artikel „Reifeprüfung für den Lehrplan“, erschienen im Toggenburger Tagblatt am Mittwoch, 28. Januar 2015:

Kaum jemand hätte etwas dagegen, wenn der Lehrplan 21 für alle Kantone in der Deutschschweiz nur die gleichen Lernziele festsetzen würde und man darunter die Vermittlung von objektivem  und systematisch aufbauendem Wissen in den verschiedenen Schulfächern verstehen würde. Dies wird jedoch vernachlässigt und dafür befohlen, auf welche Art und Weise die Vermittlung von Wissen zu geschehen hat. Und dabei werden Kinder zunehmend sich selbst überlassen und werden durch mühsames selbstorganisiertes Lernen und Ausprobieren völlig demotiviert. Die Schüler werden verunsichert und das Lernklima vergiftet. Hinzu kommen noch überfachliche ideologisch motivierte Themen aus der Erwachsenenwelt, welche die Kinder überfordern.
Es wird immer von Reformdruck, notwendigen Anpassungen an gesellschaftliche Veränderungen und Forderungen der Wirtschaft gesprochen zur Legitimation der Neuerungen im Lehrplan. Doch woher dieser Druck wirklich kommt und wer tatsächlich dahinter steckt, bleibt im Dunkeln. Wir dürfen nicht tatenlos zuschauen, wie unsere lange Zeit solide Volksbildung nach dem Muster von importierten neoliberalen Konzepten, die in anderen Ländern bereits gescheitert sind (etwa in den USA, Australien und Österreich), zunehmend umgekrempelt wird. Kann der Lehrplan 21 die Reifeprüfung bestehen, wenn er im Kanton St. Gallen schon weitgehend eingeführt ist, die Ausbildung der angehenden Lehrer daran ausgerichtet ist, auch die Lehrmittel schon ziemlich angepasst sind und gleichzeitig die Kenntnisse in Mathematik, Deutsch und naturwissenschaftlichen Fächern stetig abnehmen? Was zunimmt, sind einzig der Geld- und Therapiebedarf! Diese zentralistische Steuerung der Schulen läuft auf eine Schwächung der Kinder und unserer Gesellschaft hinaus. Das müssen wir verhindern!
    

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt    

 

Ungleiche Massstäbe

Leserbrief zum Artikel "Lehrplangegner blocken ab", erschienen im Toggenbnurger Tagblatt vom Samstag, 6. Dez. 2014, Seite 21

Im Lehrplan 21 wird zwar Gleichheit und Akzeptanz aller Lebensweisen gelehrt. Wird jedoch der Lehrplan 21 selbst kritisiert, hört die Akzeptanz bald auf. Eine lobenswerte Haltung gegenüber den Schulräten  vertritt Franziska Gschwend aus dem Bildungsdepartement.  Aber Gleichwertigkeit  und Toleranz scheinen aus Sicht des Journalisten für Parteien, christliche Glaubensrichtungen und Vereine nur unter gewissen Bedingungen zu gelten. Und weshalb der Verein „für eine starke Volksschule St. Gallen – ohne Lehrplan 21“ fanatisch sein soll, bleibt sein Geheimnis, aber die Aussage ist diffamierend. Obwohl alle Eltern ihre Kinder in die Volksschule schicken müssen, wenn sie sich keine Privatschule leisten wollen, wird jegliche sachliche Diskussion vermieden. Es wäre interessant zu erfahren, wie viele Lehrer bereits unter Druck sind, weil sie die schon weit fortgeschrittenen Schulanpassungen in Richtung Lehrplan 21 nicht hinterfragen dürfen, sondern einfach umsetzen müssen. Hinzu kommen Lehrmittel, die darauf ausgerichtet sind. Spannend wäre zudem, ob die glühenden Verteidiger und Befürworter des Lehrplan 21 diesen überhaupt selbst gelesen und verstanden haben oder sich einfach auf die Meinung sogenannter Fachleute verlassen!

Dass es in immer mehr Kantonen Opposition gegen den Lehrplan 21 gibt, dürfte ein Zeichen dafür sein, dass doch Einiges an den heutigen Schulen nicht mehr zum Besten der Kinder und der Gesellschaft ist. Vielleicht wären anonyme Umfragen mit den relevanten Fragen an Eltern und Lehrer sinnvoll. Verantwortungsvolle Eltern haben verständlicherweise die Tendenz, den Fehler bei Schulschwierigkeiten ihrer Kinder beim Nachwuchs zu suchen und nicht im System. Entsprechend gibt es immer mehr Therapiebedarf und bezahlte Nachhilfestunden. Eine sachbezogene und offene Auseinandersetzung über die Ausrichtung und Methoden der Volksschule wäre deshalb dringend nötig. Die Schule ist auf den Rückhalt im Volk angewiesen!

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt

Lehrplan 21 mit weitreichenden Konsequenzen

Leserbrief vom 15. April 2014 zu den Ausführungen von Nadine Winder im Toggenburger vom Samstag, 12. April unter dem Titel „Der Lehrplan 21 speckt ab“:

Selbst Bildungspolitiker preisen den Lehrplan 21 als die größte schulische Errungenschaft an seit der Einführung des Schulobligatoriums. Deshalb erachte ich eine gründliche Auseinandersetzung auf allen politischen Ebenen, ebenso unter Schulleitern, -räten, Lehrern und Eltern mit dem Lehrplan 21 als dringend. Auch eine kantonale Volksabstimmung ist unserer direkten Demokratie durchaus würdig bei so weitreichenden Veränderungen. Die Einführung des Lehrplan 21 wird gerne damit begründet, dass damit der Bildungsartikel umgesetzt werde. Bei der Abstimmung verstand man darunter einheitliche Jahresziele bezüglich des Lernstoffs, ebenso die Fremdsprachen betreffend. Diese werden mit dem Lehrplan 21 keineswegs erreicht. Dafür gibt es eine unüberschaubare Zahl an verordneten Kompetenzen. Ebenso ideologische fächerübergreifende Themen wie Gender, welche als totalitäre Umerziehung betrachtet werden müssen. Wenn das Wort Gender zwar gestrichen werden soll, jedoch diese Ideologie weiterhin einfließt, beruhigt mich dies in keiner Weise. Ich fühle mich höchstens „bschisse“.
Mit der Fülle an Themen wird der systematische Aufbau von grundlegendem Wissen gefährdet. Ebenso durch selbstbestimmtes bzw. eigenverantwortliches Lernen und der Degradierung der Lehrer zum Lernbegleiter. Darin liegen die zu erwartenden Überforderungen der Schüler, aber auch der Lehrer. Eine umfassende Untersuchung belegt, dass der Lehrer ein wichtiger Faktor für den Lernerfolg ist. Mit dem Lehrplan 21 gibt es für den Lehrer auch keine Methoden- und Lehrmittelfreiheit, obwohl diese ein ebenso entscheidender Faktor für den Lernerfolg der Schüler wäre, weil nicht jeder Lehrer mit den gleichen Methoden gleich gut umgehen kann. Schließlich wird auf Seite 4 unter Lern- und Unterrichtsverständnis klar festgehalten, dass zu den Facetten von Kompetenzen ebenso das Erlernen von Einstellungen gehört, obwohl dies nun in Abrede gestellt wird.                  Lisa Leisi, Vizepräsidentin der EDU Kanton St. Gallen

Stephan Kölliker hatte nie Bonus

Leserbrief zum Artikel im Alttoggenburger "Lehrerverband will neuen Vorsteher des Bildungsdepartements" vom Samstag, 25. Februar 2012

Es ist eine riesige Herausforderung, als Regierungsrat und Mitglied der SVP dem Erziehungsdepartement vorzustehen. Von Anfang an musste Stephan Kölliker gegen Widerstände und Vorurteile ankämpfen. Nun hat er sich gut eingearbeitet. Er bemüht sich sehr, nach bestem Wissen und Gewissen seinen Aufgaben gerecht zu werden. Er versucht gangbare Wege zum Besten der Schüler und Lehrer zu finden und muss auch die Finanzen immer im Blick haben. Die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bringen, ist ein Spiessrutenlauf! Es ist schlicht unfair und kann nur mit Wahltaktik begründet werden, ihn jetzt derart in Frage zu stellen, weil die Teilzeitlehrer nicht in die Pensenreduktion miteinbezogen wurden. Während den Beratungen mit dem Lehrerverband war niemandem in den Sinn gekommen, diesen Teilaspekt zu berücksichtigen. Wenn ich es richtig verstanden habe, hat der Regierungsrat sogar Neuverhandlungen diesbezüglich angeboten. Davon will der Lehrerverband scheinbar nichts wissen. Es ist kein Geheimnis, dass die Lehrer zumeist nicht gerade SVP freundlich eingestellt sind. Nur so ist nachvollziehbar, dass dieses Missverständnis Anlass zu solch überzogenen Forderungen, wie den Erziehungsrat abzuwählen, führte. Stephan Kölliker hatte von Anfang an keinen Bonus beim Lehrerverband. 

Elisabeth Leisi, 9615 Dietfurt, EDU Kantonsrats-Kandidatin

Umstrittener Sex-Koffer

Leserbrief zum Beitrag im Migros-Magazin Nr. 41, vom 10. Okt. 2011.

Sie haben unter der Rubrik Erziehung ein Interview mit Herrn Pierre Felder, Leiter der Volksschulen Basel Stadt, gebracht. Herr Felder gibt sich ja sehr Mühe, die Sexualaufklärung an der Basler Volksschule in ein gutes Licht zu rücken. Zu den Geschlechtsteilen aus Stoff möchte ich sagen, dass es mich keineswegs beruhigt, wenn diese nicht in der Sex-Box für Kindergärtler sondern im Sex-Koffer für Sekundarschüler seien. Ehrlich gesagt, denke ich, dass Sekundarschüler es eher lächerlich finden, sich mit Stoffvagina und Stoffpenis zu beschäftigen. Unsere Geschlechtsorgane liegen nicht einfach herum, sondern sind Teil unseres Körpers und mit ihm als Ganzes verbunden. Sexualität ist nicht abgetrennt, sondern sie ist als Geschenk des Schöpfers für Mann und Frau in der Ehe gegeben. Sexualität ohne Liebe, Treue und Verantwortung bringt Nöte, Schmerzen und Probleme, wie wir in der Gesellschaft zur Genüge sehen und ausbaden müssen. 

Der Koffer enthalte" kindgerechtes Material für die Lehrpersonen, falls sich das Thema aufdrängt". Dass die Bilder in den Büchlein nicht harmlos und kindgerecht sind, zeigt Folgendes: Besorgte Eltern wollten in Basel eine Broschüre flächendeckend per Post in alle Haushalte verteilen. Die Post weigerte sich, weil die Broschüre pornografische Bilder enthalte! Die Broschüre zeigt Bildli aus diesen Büchlein und sie ist vom Komitee "Gegen die Sexualisierung der Volksschule" herausgegeben.

Das Grundlagenpapier, welches die Pädagogische Hochschule Zentralschweiz PHZ erarbeitet hat, ist seit langem im Internet einsehbar. Es redet ganz klar von flächendeckender Einführung von Sexualerziehung in allen Schweizer Schulen (Kindergarten, Volksschule, Oberstufe). Und die Inhalte sind auch sehr präzis formuliert. Mir stehen die Haare zu Berge!

Ich danke dafür, dass Sie die kürzlich eingereichte Petition "Gegen die Sexualisierung der Volksschule" erwähnen und die Daten dazu. Auch ich habe unterschrieben und fordere so mit vielen andern besorgten Bürgern, dass die Schulen sich auf die biologische Aufklärung und die Prävention vor Geschlechtskrankheiten beschränken und dies gegen Ende der Primarschule und auf der Oberstufe. Anregungen für Sexspiele und Sexualpraktiken, die Verwendung von pornografischem Materiel sowie die Beeinflussung der sexuellen Orientierung sollen unterlassen werden. Auch sollen Eltern das Recht haben, ihre Kinder vom Sexualkundeunterricht zu dispensieren.

Rösli Fässler, Gehrenstr. 19, 9230 Flawil

Übergriffe durch Sexualerziehung

Leserbrief zum Beitrag "Kinder sprechen über Vagina und Penis", erschienen am 15. Juni 2011 in der Toggenburger Zeitung.

Die Ausführungen zur Sexualerziehung im Kanton St. Gallen geben sich harmlos. Es mag sein, dass je nach Geschick und Überzeugungen der Pädagogen, verschieden weit gegangen wird. Tatsache ist, dass auch "sicher und gsund!", die Empfehlungen im Kanton St. Gallen, den Grundlagen der PHZ (Pädagogische Hochschule Luzern mit ihrem Kompetenzzentrum für Sexualpädagogik) ziemlich entsprechen. Dazu gehört, dass Kinder ab der Geburt sexuelle Wesen sein sollen. Sie sollen das Recht haben, "ihre Sexualität verantwortungsvoll, gesund, selbstbestimmt, lustvoll und sinnlich entfalten und leben zu können". Kinder sollen sich als sexuelle Wesen wahrnehmen und schon von klein auf sich und andere lustvoll berühren dürfen, auch an den Geschlechtsteilen. Es wird ihnen beigebracht, dass dies etwas Gutes ist, solange es ihnen wohl ist. Wenn sich ein Kind solche Handlungen angewöhnt, so wird es geradezu zu einem idealen Opfer für Pädophile, weil es sich dabei nichts Böses mehr denkt und Scham oder Ekel weitgehend abgebaut wurden.
Nicht weniger verheerend ist die Konfrontation mit pornographischem Material, wo die Gefahr durch die Medien und Kollegen sonst schon gross ist. Die Eltern können die Kinder in der Schule nicht davor schützen. Die Kinder müssen sich dort auch eine eigene Meinung zu Oral- und Analsex bilden, denn die "Anwendungen" sollen nicht gewertet werden, solange etwas als lustvoll empfunden wird. Weiter werden sie vertraut gemacht mit anderen Lebensweisen wie Homo-, Bi-, Transsexualität, erneut ohne Wertung und Aufklärung über negative Begleiterscheinungen. Die Gefahr ist gross, dass die Heranwachsenden – besonders in der Pubertät – zutiefst verunsichert werden in ihrer Geschlechtsidentität und zu suchtartigem sexuellem Verhalten verführt werden, welches eine Reifung zu ehetauglichen Erwachsenen und Eltern massiv erschwert. Es wird nicht mehr Enthaltsamkeit angestrebt zugunsten der einen grossen Liebe. Sexuelle Partner werden zum auswechselbaren Lustobjekt degradiert.
Verantwortungsvolle Bürger, Eltern und Lehrer setzen sich dagegen zur Wehr und unterstützen die Petition gegen diese Sexualpädagogik. Damit wenden sie sich nicht gegen eine biologische Aufklärung. Aber sie fordern, dass die Bildungsdirektoren die volle Verantwortung für die Entwicklung und Gestaltung des Sexualkunde-Unterrichts übernehmen. Sie wollen kein Obligatorium für Sexualkundeunterricht. Anregungen für Sexspiele und Sexualpraktiken, Pornographie und Beeinflussungen der sexuellen Orientierung im Sexualkundeunterricht sollen verboten werden. Damit wird das vorrangige Recht der Eltern, ihre Kinder nach ihren ethischen, moralischen und religiösen Überzeugungen zu erziehen, wieder hergestellt.

Elisabeth Leisi, 9615 Dietfurt, EDU Nationalrats-Kandidatin

Verharmlosung der Sexualpädagogik

Entgegnung auf den Leserbrief "Eltern wehrt euch" von Pius Widmer, erschienen am 30. April 2011 im Tagblatt.

Der Leserbrief von Pius Widmer hat mich in keiner Weise beruhigt. Ja, ich sage auch, Eltern wehrt euch, aber durchaus gegen die vorgesehene Sexualpädagogik im Lehrplan 21, die diesen Namen (Erziehung) nicht verdient! Ihre Beispiele tönen harmlos und verständlich. Auch ich befürworte keine falsche Scham. Auch ich befürworte, dass man Kinder gegen respektlose, diffamierende Ausdrücke aufklärt. Haben Sie das Grundlagenpapier je gelesen? Dort finden sich noch ganz andere Ziele: dort geht es um eine totalitäre Ideologisierung der Kinder zum Genderdenken und eine Sexualisierung der Kinder ab dem Kindergartenalter. Kinder sollen richtiggehend zu sexuellen Empfindungen, sexuellem Ausleben, Erfahrungen sammeln mit dem eigenen und anderen Geschlecht gebracht werden. Dies soll ein Kindsrecht sein! Damit kommt es unweigerlich zu verfrühtem Geschlechtsverkehr und einer ungesunden Fixierung der Gedankenwelt auf sexuelle Themen. Die natürliche Entwicklung hin zu verantwortungsvollen Erwachsenen und Eltern (Vater und Mutter) in stabilen, ehelichen Beziehungen wird erschwert bis verunmöglicht. So zerstört man die Zukunft eines ganzen Volkes! Dabei träumt jedes Kind von sich aus, wenn es selbst bei sie treu umsorgenden Eltern aufwachsen darf, seinerseits von einem Partner des anderen Geschlechts, dem einen, dem man sich alleine schenken, für ihn da sein, treu sein und Kinder zusammen bekommen möchte. Wenn man nicht lernt zu warten, das Risiko von Geschlechtskrankheiten auf sich nimmt, mit allen abartigen Praktiken vertraut gemacht wird, die allesamt nicht richtig befriedigen, nicht erfüllen und den Glauben an die eine grosse Liebe sterben lassen, werden wir Menschen auf niedere Instinkte reduziert. Nicht einmal die Tiere sind in der Regel so auf Sexualität fixiert. Diese "Sexualverziehung" stammt nicht aus den natürlichen, mehrheitlich gelebten Erfahrungen in der Gesellschaft. Sie gründet auf der Einflussnahme von diversen Organisationen wie PLANeS, Homosexuellenverbänden und Genderideologen. Und die Eltern sollen sich nicht mehr wehren können, weil ihnen das Dispensationsrecht genommen werden soll! Das BAG (Bundesamt für Gesundheit) fördert diesen Unsinn. Das Recht und die Freiheit der Eltern auf die Erziehung und Weitergabe der eigenen und religiösen Werte an ihre Kinder werden damit mit Füssen getreten! 

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt

Warum die freie Schulwahl Sinn macht

Leserbrief zum Podium : Nein zu Millionen für Privatschulen von Kantonsrat Donat Ledergerber, erschienen am Mittwoch, 12. Januar 2011 im Toggenburger Tagblatt auf Seite

Warum die freie Schulwahl Sinn macht

Donat Ledergerber stellt viele Behauptungen auf, denen widersprochen werden muss. Es stimmt zwar, dass unsere Schulen noch eine relativ hohe Qualität aufweisen, allerdings bei europaweit höchsten Kosten pro Schüler. Dies obwohl der Staat heute noch 9 Millionen  jährlich an Schulgeldern spart, dank den Privatschulen. Dafür gibt er viel Geld für teure Abklärungen, sonderpädagogische Massnahmen und Platzierungen von Kindern in Heimen und Internaten aus. Diese könnten teilweise vermieden werden durch eine rechtzeitige Umplatzierung an Schulen, die den individuellen Bedürfnissen von Kindern und Eltern entgegenkommen. Längerfristig könnten Einsparungen gemacht werden, wenn Mobbing, eine gestörte Lehrer-Kindbeziehung oder eine Unter- oder Überforderung rechtzeitig durch einen unkomplizierten Schulwechsel behoben werden. Es stimmt nicht, dass die Initiative alle Privatschulen gleich berücksichtigen will. Sie müssen schulgesetzkonform sein, die Lehrpläne einhalten und jedem Schüler ohne Einschränkung zugänglich sein. Privatschulen können in der Regel nicht Gewinne erzielen, aber manche sehen sich gezwungen, ihren Lehrern Löhne weit unter den kantonalen Ansätzen auszuzahlen, um den Fortbestand zu sichern. Unter solchen Umständen braucht es für den Lehrer sehr viel innere Überzeugung und Idealismus. Der Wunsch nach freier Schulwahl hat nichts mit „Geschäftemachen“ zu tun. Die Initianten möchten den Service public  nur mit individuell legitimen Interessen ergänzen.

Artikel 26, Absatz 3 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der UNO lautet: „Die Eltern haben ein vorrangiges Recht, die Art der Bildung zu wählen, die ihren Kindern zuteilwerden soll.“. Momentan bestimmt der Staat im Allgemeinen die Art der Bildung, denn eine Privatschule muss man sich leisten können. Gleichzeitig kämpfen manche ums Überleben, trotz überdurchschnittlicher Qualität. Auch kleine Schulen auf dem Land haben Mühe, vorgeschriebene Klassengrössen zu erreichen, wären aber für einige Schüler eine gute Alternative. Die Angst ist unbegründet, dass es zu grossen Umwälzungen kommen würde, wie die Erfahrungen in anderen Ländern zeigen. Denn zu 90 Prozent entscheidet allein der nahe Standort über die Wahl der Schule. Aber ein positiver Effekt konnte sehr wohl festgestellt werden anhand von Pisa-Ergebnissen aus dem Jahr 2006: Die Zweiklassenbildung und der Einfluss des Elternhauses fielen bei europäischen Ländern, die die freie Schulwahl kennen, geringer aus. Also verbessert die freie Schulwahl die Chancengerechtigkeit entgegen anderslautender Behauptungen.

Bei Firmen werden der Wettbewerb und die Vielfalt zur Qualitätssteigerung betont. Weshalb hat man bei den Schulen Angst davor? Sollte eine Schule tatsächlich viele Schüler verlieren, müsste sie sich im eigenen Interesse überlegen, was die Ursache ist und entsprechende Gegenmassnahmen ergreifen. 

In der Schweiz jagt eine Bildungsreform die andere. Da kann man nicht mehr von einer bewährten Bildung sprechen. Es könnte viel Geld eingespart werden, welches heute in die Bürokratie und zu teuren Bildungsreformern fliesst. Dafür könnte man etwas mehr Geld dort ausgeben, wo es auch wirklich den Schülern zugutekommt.

Eine für das Kind optimale Schulbildung nützt schlussendlich der ganzen Gesellschaft, unterstützt die Chancengerechtigkeit und spart Kosten an teuren „Reparaturmassnahmen“! Deshalb sage ich am 13. Februar JA zur freien Schulwahl auf Oberstufenschulebene.

Lisa Leisi, Vizepräsidentin der EDU Kanton SG, 9615 Dietfurt 

Widersprüche auch von HarmoS Befürwortern

In einigen Leserbriefen war die Rede davon, dass die HarmoS-Gegner mit Halbwahrheiten und Widersprüchen arbeiten. Dies ist aber leider auf der Seite der Befürworter auch nicht anders. Die laufenden Diskussionen zum HarmoS-Konkordat werden auf beiden Seiten mit viel Emotionen, Leidenschaft und Herzblut geführt. Dabei rutschen die Fakten immer stärker in den Hintergrund. Da der Rahmen eines Leserbriefes sehr begrenzt ist, möchte hier nur auf einige Widersprüche der Befürworter hinweisen, die mich besonders stutzig machen.

Da lese ich in einer Dokumentation der Befürworter, dass ein Ablehnen des Konkordatsbeitrittes keine Veränderung bringt, da der Kanton St.Gallen bereits alle vom HarmoS-Konkordat geforderten gesetzlichen Veränderungen umgesetzt hat. In der gleichen Dokumentation lese ich 2 Seiten später, dass wir bei einem Nein zu HarmoS das Rad der Zeit in den St.Galler Kindergärten und Schulen zurückdrehen würden und dass sogar die Gefahr eines Rückschritts in Richtung der alten gotthelfschen Prügelschule drohe?!? Auf der nächsten Seite ist dann wieder zu lesen, dass HarmoS genau die Strukturen vorsehe, die im Kanton St.Gallen ohnehin schon gelten…

In der gleichen Dokumentation steht, dass es das HarmoS-Konkordat braucht, damit der Kindergarten aufgewertet und die Qualität der Volksschule gestärkt wird. Wie das, wenn doch HarmoS keine Veränderungen zum bestehenden St.Galler Volksschulgesetz bringt?

Ebenso wird oft gesagt, dass es ja möglich sei das Kindergarteneintrittsalter bei zureichender Begründung hinauszuzögern. Dabei wird aber bewusst verschwiegen, dass dies nach Inkrafttreten des HarmoS-Konkordates nur noch für max. 6 Jahre so ist. Das Konkordat sieht nämlich nach Ablauf der Übergangszeit keine Ausnahmen mehr vor!

Der Stadtpräsident von Rapperswil-Jona hat gesagt:„Ich kann doch meinem Sohn den Chindsgi nicht verbieten!“ Keine Angst Herr Würth. Ich kann Ihnen versichern, dass Sie das auch bei einem NEIN zu HarmoS nicht tun müssen!

Das Bildungsdepartement des Kantons St.Gallen schrieb im Amtsblatt 15.2008: „Ein Referendum gegen das HarmoS-Konkordat ändert nichts“. Wenn dem so ist, warum kämpfen dann die Befürworter mit so viel Energie und Emotionen, als ob sie etwas enorm Wichtiges verlieren könnten? Wovor haben Sie wirklich Angst? Bei einem Nein zu HarmoS dürfte sich im Kanton St.Gallen fast nichts ändern, da wir ja gemäss den Befürwortern im Volksschulgesetz schon alles umgesetzt haben. Bei einem Ja hingegen geben wir unter anderem kantonales Recht in die Hände der Erziehungsdirektorenkonferenz (EDK), wo es nicht hin gehört!

Dies sind nur einige wenige meiner Gründe für ein klares NEIN zu HarmoS.

Freddy Lässer, Präsident EDU St.Gallen, Unterdorfstrasse 60, 9443 Widnau

HarmoS ist eine Mogelpackung!

HarmoS hält nicht was es verspricht! Denn gerade bei den Fremdsprachen gibt es nicht  eine echte Harmonisierung zwischen den deutschen Kantonen. Weiterhin werden die Fremdsprachen unterschiedlich eingeführt; dies in der Reihenfolge und auch vom Zeitpunkt her. Nebenbei konnte man bereits im St.Galler Tagblatt lesen, dass die Einführung von Englisch in der 3. Klasse im Kanton St.Gallen ein voller Erfolg sei. Das ist etwa vergleichbar mit der Behauptung, die Erziehung eines Kindes sei sehr erfolgreich verlaufen, nachdem es gerade auf die Welt gekommen ist. Es muss sich erst noch zeigen, wie gerade schwache Kinder eine weitere Fremdsprache verkraften und ob die Leistungsfähigkeit in anderen Fächern wie Deutsch und Mathematik nicht abnehmen wird!

Dann gibt es den Zwang, die Kinder in Zukunft mit dem vollendeten vierten Altersjahr einzuschulen. Beim Start ist man womöglich nur in der Übergangszeit gewillt, auf die individuelle Reife Rücksicht zu nehmen. Lieber versucht man später, mit Heilpädagogen den Schaden zu reparieren. Hier muss gefragt werden, weshalb das Einschulungsalter so wichtig ist, da ja der Kindergartencharakter erhalten bleibt. Oder wird es doch zu einer schleichenden Verschulung kommen? In Deutschland zeigt sich, dass zu früh eingeschulte Kinder fünf mal häufiger sitzen bleiben! Dafür will man auf das individuelle Lerntempo mehr Rücksicht nehmen. Etwa mit dem „Erfolg“, dass die Unterschiede unter den Gleichaltrigen grösser werden, wie sich bei den Basisstufen gezeigt hat?

Schliesslich wurden in unserem Kanton Mittagstische eingeführt. In den Gesetzesartikeln ist jedoch die Rede von Tagesstrukturen. Die werden schon bald weiter ausgebaut werden und schlussendlich nicht mehr kostenpflichtig dafür obligatorisch sein. Die Kinder werden nicht gefragt, ob dies ihren Bedürfnissen entspricht! Unsere Kinder werden zunehmend verstaatlicht und damit werden die Kosten im Bildungswesen und im Therapiebereich weiter ansteigen. Ebenso kostentreibend wird sich der Unterricht in jeder Herkunftssprache und –kultur für Kinder mit Migrationshintergrund auswirken. Ist es wirklich unsere Aufgabe, auch noch Unterricht in jeder Herkunftssprache und -kultur zu gewährleisten?

Im Zuge der Harmonisierung wird die Gelegenheit ergriffen, um gleich weitere Neuerungen wie Teamteaching und Integration behinderter Kinder in Regelklassen einzuführen. Die Verwirrung, was zu HarmoS gehört und was nicht, wird damit perfekt und auch damit wird das Stimmvolk einmal mehr übergangen. Dafür werden die Bürokratie und die Unruhe in Klassenzimmern zunehmen, was kaum dem Lernerfolg zuträglich sein wird. Auch die Lehrer sind nicht zu beneiden.

In Zukunft wird den Eltern und Kantonen kein Mitspracherecht mehr bleiben im Schulbereich, wenn es HarmoS zuwiderläuft. Das Konkordat steht über kantonalem Recht. Die Erziehungskonferenz holt sich mit HarmoS die gesetzgeberische Legitimation, die sie sich schon vorher zunehmend angemasst hat. Schliesslich wird argumentiert, dass im Kanton St.Gallen gar nicht mehr viel ändere mit der Annahme von HarmoS, weil ja schon praktisch alles eingeführt sei. Somit können wir getrost NEIN stimmen, ohne die „Harmonisierung“ der Schulen zu gefährden. Dadurch bleiben aber unsere demokratischen Rechte erhalten! Wenn HarmoS wirklich so viele Vorteile bringt, braucht es keinen Zwang!

Lisa Leisi, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt, Vizepräsidentin EDU St.Gallen und Mutter von vier Kindern

Hintergründe des Referendums zum HarmoS-Konkordat

Zugegeben, es wurde geschlafen und von den heutigen Gegnern lange nicht bemerkt, welche tiefgreifenden Änderungen mit der  Verankerung des Bildungsartikels  in der Verfassung  am 21. Mai 2006 eingegangen wurden. Das Volk wurde einmal mehr nicht richtig aufgeklärt.  Die BürgerInnen gingen von notwendigen Anpassungen aus, um die Schulsysteme in den verschiedenen Kantonen einander anzugleichen und damit Wohnsitzverlegungen zu erleichtern. Dass sie in Zukunft ihrer demokratischen Rechte im Bildungsbereich weitgehend beraubt und mittels angestrebter obligatorischer Tagesschulen die Kinder zunehmend „verstaatlicht“ würden, wurde kaum vom Volk gewünscht! Dass die Reformen, welche im Sommer 2008 eingeführt werden, weit über die nötigen Angleichungen hinausgehen, muss nun jedoch aufhorchen lassen. Damit aber nicht genug, denn, wenn das HarmoS-Konkordat zum Tragen kommt, werden weiteren tiefgreifenden Neuerungen Tür und Tor geöffnet und die Entmachtung des Volkes  zementiert.

Was  dabei verschwiegen wird, ist, dass der Bundesrat mit WTO- und GATS –Verträgen  weitgehende Liberalisierungs- und Privatisierungsverpflichtungen eingegangen ist. Der globale Abbau von Handelshemmnissen betrifft auch Dienstleistungen wie Elektriziät- und Wasserversorgung, den Verkehr, die Post, das Gesundheits- und eben auch das Bildungswesen. Zu diesen weitreichenden Verträgen konnte das Volk nie abstimmen!  Diese Verträge bedingen nun einen Abbau der  Demokratie und des Föderalismus!  Auf der einen Seite übt der Staat  mehr Einfluss auf die Umgestaltung diverser Dienstleistungen aus und auf der anderen Seite wird er die wirtschaftliche Führung dieser Unternehmen zunehmend privaten Anbietern preisgeben müssen. Diese werden mächtig Geld verdienen wollen. Dabei wird die Qualität und ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis kaum im Vordergrund stehen. Damit werden jedoch in Zukunft die Versorgung und der  Zugang zu all diesen Dienstleistungen kaum mehr für alle Bevölkerungsschichten in gleicher Weise gewährleistet sein.

Deshalb ziehen wir mit dem Referendum zum HarmoS-Konkordat die Notbremse! Das Volk muss aufrichtig informiert werden und über den Kantonsratsbeschluss abstimmen können. Sollten sich genügend Kantone gegen HarmoS entscheiden, müssen mittels Volksintitiative entsprechende Gesetzesänderungen angestrebt werden. Wehren wir uns gegen die zunehmende Aushöhlung unserer demokratischen Rechte und setzen wir uns ein für den Erhalt einer möglichst grossen Unabhängigkeit in allen Dienstleistungsbereichen und deren uneingeschränkten Zugang für alle!

Lisa Leisi, Vizepräsidentin EDU St.Gallen, Michelaustrasse 29, 9615 Dietfurt