Ja zur Neutralität’s Initiative, weil Bern vergessen hat, was Neutralität bedeutet
Leserbrief von Michael Zimmermann, Heiligkreuz
Wir leben definitiv in einer ‚spannenden‘ Zeit. Weltweit nehmen Spannungen zu, lange lodernde Feuer drohen auszubrechen, Hass, Propaganda und Kriegshetze werden immer lauter.
Weltherrschaftsgelüste und Machtspiele werden einmal mehr bei den Großen offenbar. Und die Schweiz? Blind und taub vor der zunehmenden Kriegsrhetorik, der Zensur unpassender Meinungen, Kriegspropaganda und unfreundlichen Übernahmegelüsten der EU, folgt unser Bundesrat dieser direkt oder spätestens nach etwas Aussendruck von EU, den USA, den Banken oder den Pharmariesen.
Ja, Neutralität ist nicht einfach, war sie wohl nie! Denn in Krisenzeiten braucht man dazu Rückgrat und den Mut sich unbeliebt zu machen, ja man muss allenfalls etwas aushalten. Das war wohl auch im 2. Weltkrieg so. Deutschland war nicht erfreut über den Abschuss /Zwang zur Landung von 11 Kampfflugzeugen 1940. Und später, nach dem Eintritt der USA in den Krieg, war diese ‘not amused’, als amerikanische Flugzeuge, unter anderem in Bad Ragaz, abgeschossen wurden.
Ich wage zu behaupten, mit der heutigen Argumentation unseres Bundesrates, wäre die Schweiz Ende 30er, wie Österreich, Deutschland beigetreten (wichtigster Handelspartner, eingeschlossen, Eigenständigkeit macht keinen Sinn, ist aussichtslos). Als Folge wären dann wohl unsere Gross und Urgrossväter in Stalingrad gestorben. Weil ich meine Söhne weder für Nato, EU, USA oder Russland an der Front sehen möchte, lege ich ein JA zur Neutralitätsinitiative in die Urne, damit unsre Regierung wieder eine klare Vorgabe hat, wie sie sich bei Streitereien im Ausland zu verhalten hat. Man muss es heute klarer definieren, weil man in Bern vergessen hat, was lange logisch war!
Niklaus von der Flüe, gab im 15 Jahrhundert den verstrittenen und dazumal militärisch gefürchteten Eidgenossen 2 wertvolle Ratschläge: „stecked den Zaun nicht zu weit“ und „mischt euch nicht in fremde Händel/Angelegenheiten“. Es brauchte aber noch die Niederlage bei Marignano um das zu befolgen… Brauchen wir wieder ein Marignano oder einen Napoleonischen Russlandfeldzug mit Zwangsrekrutierungen in unserer Schweiz, um das zu verstehen? Oder besinnen wir uns auf unsere Stärken, als Verlässlicher Gesprächspartner und demütiger Vermittler für Frieden? Kann ein Rotes Kreuz noch Verwundete beider Lager betreuen/versorgen, wenn wir faktisch einem Block angehören?
Michael Zimmermann, Heiligkreuz

